DIE SUCHT ZU SEHEN. Der Grisebach Podcast

DIE SUCHT ZU SEHEN. Der Grisebach Podcast

Der GRISEBACH-Podcast mit Rebecca Casati

Transkript

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00:00:04: Ich sehe mich als Impulsgeberin, um Leute zu motivieren.

00:00:08: Mal ins Museum zu gehen und mit Kunst zu interagieren.

00:00:10: Wenn sie merken, bei Jetta das Kunstwerk XY fand ich irgendwie ganz cool!

00:00:14: Das hat sie toll neu interpretiert oder mir erklärt.

00:00:18: Ich will aber mal selber noch mehr dazu erfahren.

00:00:23: Herzlich willkommen in Folge.

00:00:24: hundertdreieund dreißig von Diesel zu sehen dem Griesebach Podcast.

00:00:28: Alle zwei Wochen sprechen wir hiermit Menschen die etwas in der Kunst über sie zu sagen haben.

00:00:33: Heute zu Gast ist Jette Lübbehüsen.

00:00:36: Die gebürtige Hanno Veranerin ist Influencerin, rund dreihundertzwanzigtausend Menschen folgen ihrem Account bei Instagram wo sie tagtäglich von ihrem ganz besonderen Ansatz sich mit Kunst zu befassen erzählt Wie sie so kontinuierlich übrigens schon seit sie sechzehn ist daran gearbeitet hat dass ich auch jüngere Leute für die Welt der Museen und Galerien interessieren, die sich vielleicht sonst nicht dafür interessiert hätten?

00:01:01: Erzählt Sie uns jetzt!

00:01:02: Ganz herzlich willkommen beides auch zu sehen.

00:01:06: Jette, jetzt kommt ein Zitat von dir.

00:01:10: Ich

00:01:17: bin Influencerin mit Fokus auf Kunst und Kunstvermittlung.

00:01:24: Also, meine ganzen Expertisen sind super breit gefächert und ich bringe die auf meinen Social-Media-Channels zusammen.

00:01:43: Du hast keine renommierte Kunstschule besucht und hast keinen Galeristen?

00:01:48: Wann hast du damit angefangen das sozusagen selber zu machen?

00:01:51: Wir gehen gleich noch genauer darauf ein wie du das zum Beispiel mit Mode zusammenbringst wie die Formate eigentlich sind.

00:01:56: aber erstmal wann hast du da mit angefangen?

00:01:59: Ich habe Content schon als Teenager Als junges Mädchen aus dem Kinderzimmer herausproduziert, also meine Passionsmedien zu gestalten.

00:02:12: Das war mein erster Schritt Richtung Content aber es war halt ein Hobby.

00:02:16: Also ich hab zurzeit angefangen im Jahr zwölf, der war Influencer und Content Creator.

00:02:20: Kein Begriff mehr hat damit kein Geld verdient.

00:02:21: ist da wirklich nur andere?

00:02:24: Kinder sind in der Schule zum Sport gegangen.

00:02:28: als Hobby Ich habe eben fotografiert gefilmt editiert Et cetera.

00:02:33: Gab es da schon irgendwelche Plattformen, auf die du das hochgeladen hast?

00:02:37: Oder ...

00:02:38: Es gab YouTube.

00:02:39: irgendwann später kam ein Instagram dazu.

00:02:41: Damit setzte Instagram auch noch gar kein Video, interessanterweise.

00:02:44: Das kam dann auch erst Jahr Jahre später.

00:02:47: und genau ich hab dann erstmal Mediendesign studiert.

00:02:50: Ich bin dann nach Berlin gezogen zum Studium.

00:02:52: Kommen also eigentlich erst der Grafik- und der Gestaltung.

00:02:56: Hab das dann lange parallel zu meinem Social Media immer noch weiter gemacht.

00:03:01: Und dann nach der Pandemie oder in der Pandemie habe ich mich entschieden.

00:03:04: Ich möchte eigentlich gar nicht bei irgendeiner Agentur einsteigen als Designerin, sondern ich sehe viel mehr Potenzial in meiner Arbeit als Content-Creatorin hatte dann zu dem Zeitpunkt... unterschiedliche Nischen und Thematiken schon bespielt.

00:03:18: Bin dann bei der Kunsthänge geblieben, weil mich das privatsinteressiert hat.

00:03:22: ich habe davor zwar auch immer mal wieder gezeichnet und meine Zeichnungen geteilt aber ich hab gemerkt auch im Bereich Kunstvermittlung ist vor allem in Deutschland viel Bedarf.

00:03:32: es wird nicht so spielerisch mit Kunst gearbeitet und da bin ich hengeblieben weil ich gemerkt habe auch durch die Resonanz der Community dass den Menschen das total Spaß macht, auf spielerischer Art und Weise Kunst zu lernen.

00:03:46: Ja du sagst es natürlich ganz selbstverständlich und ist ja auch dein Alltag aber vielleicht erklärst Du nochmal für Menschen die damit gar nicht so wahnsinnig viel in Berührung sind.

00:03:56: Content creator!

00:03:58: Ich weiß noch wie das aufkam.

00:04:00: Das Wort content war ja früher einfach oder heißt ja erstmal Übersetzinhalt.

00:04:05: im Grunde ist es dass jeder Einzelne nicht mehr von einem Verlag, er mächtig zu sagen jeder einzelne seine Inhalte hochladen kann.

00:04:15: Genau weil die Plattformen bieten ja jeder Person die Möglichkeit ein Profil zu erstellen.

00:04:20: und ob man dieses Profil dann auf der Social-Media-Plattform also sei es jetzt YouTube oder TikTok oder Instagram, ob man das dann privat benutzt oder ob man dass Profil öffentlich stellt, eine bestimmte Thematik bespricht auf dem Profil.

00:04:36: Das kann man ja selber für sich entscheiden, wie man das Ganze nutzt.

00:04:39: aber man kann das ganze aufrollen so aufwendig wie man gerne möchte.

00:04:43: also da ist ja letztendlich ganz viel Luft nach oben.

00:04:47: Dein Anspruch hast du schon kurz gesagt es ist kunstgeschichtliches Nahrbar für junge Menschen zu machen die damit vielleicht normalerweise nicht oder nur ansatzweise in Berührungen kommen.

00:04:58: Wann hat sich dieser Anspruch geformt oder anders gefragt?

00:05:03: Hast du erst gemerkt, ich möchte mehr darüber wissen und dann gefunden, oh da gibt es gar nicht so wahnsinnig viel was in einer altersgerechten Form aufbereitet ist.

00:05:13: Oder wie hat sich das entwickelt?

00:05:15: Das erste Mal dass ich Kunst in einem... Ich würde sagen also dass ich eine vermittelnde Rolle eingenommen habe war damals noch auf YouTube.

00:05:24: Da hab' ich einige Kunstdokos produziert und geschrieben.

00:05:28: Also ich bin an die echten Orte aus Vangors Kunstgereis, habe dann versucht aufzuarbeiten indem ich eben die echte Orte gefilmt hab wie der Mensch gemalt hat Und wie toll diese Mahleweise eigentlich ist.

00:05:40: Da hab ich das auch bei Moné gemacht, bin mal nach Italien gereist auf der Spur von da Vinci und der Mona Lisa so ein bisschen auf Mystery ausgelegt.

00:05:50: Das hat halt ganz viel Anklang gefunden vor allem bei jungen Menschen.

00:05:53: Das haben auch ganz viele Schüler im Unterricht geschaut.

00:05:56: Diese Dokus, ganz viele Lehrkräfte schreiben mir.

00:05:59: Ich habe das zu meinen Schülern gezeigt.

00:06:01: Eine achte Klasse, die hat sich das angeguckt.

00:06:03: Das sind natürlich auch eine Riesenbestätigung für mich weil ich hab das selber geschrieben gefilmt alleine produziert, hab das alles organisiert, editiert etc.

00:06:12: Ich bin eine One Woman Show.

00:06:15: Aber das war der erste Mal dass ich gemerkt habe okay da ist vor allem so auch im deutschsprachigen Raum viel Bedarf und das sind natürlich eher lange Videos Das heißt die Zeit die jemand ganz dezidiert mit einem, weiß ich nicht, zwanzig bis vierzig Minuten YouTube Video verbringt.

00:06:32: Das muss ja schon mal Leute auch angesprochen haben als Tite, als als Thematik.

00:06:38: Wenn einem das online vorgeschlagen wird denkt man okay interessant klicke ich mal rauf aber es ist halt ein Time Commitment.

00:06:43: Das heißt irgendwann habe ich überlegt wie kann ich das in kleinere Brocken?

00:06:47: verpacken.

00:06:48: Wie kann ich mit meinen Inhalten Menschen erreichen, die sich normalerweise vielleicht nicht mit Kunst beschäftigen, die normalerweise nicht ins Museum gehen?

00:06:56: Klar ist es dann auf eine ganz oberflächliche Art und Weise.

00:07:00: aber ich sehe mich auch gar nicht in der Hinsicht als eine Person, die kann an eine lehrende Rolle einnehmen muss, sondern ich seh' mich auch oft vor allem bei den kurzen Inhalten eher als Impulsgeberin um Leute zu motivieren, mal ins Museum zu gehen, mit Kunst zu interagieren.

00:07:18: Sich dann andere Dogos anzuschauen wenn sie merken oh bei Jetta das Kunstwerk XY fand ich irgendwie ganz cool.

00:07:25: Das hat sie toll neu interpretiert oder mir erklärt.

00:07:28: Ich will aber mal selber noch mehr dazu erfahren und halt eben diese Brücke zu schlagen.

00:07:34: ja dass ist glaube ich da wo ich ganz gut als Content Creatorin funktioniere.

00:07:38: vielleicht beschreib uns doch mal ein zwei dieser Formate genauer.

00:07:43: Also ich habe ein Format, das heißt Famous Paintings is Outfits.

00:07:47: Das hast du glaube ich auch gerade schon kurz angesprochen.

00:07:50: Das ist ein Kurzformatvideo.

00:07:52: also es sind so Hochkantvideos die gehen meistens je nachdem wie viele Werke ich reinterpretiere zwischen ich würde sagen zehn und dreißig Sekunden.

00:08:02: und zwar sieht man mich in einem passenden Kleid.

00:08:06: Es ist meistens ein Designer Vintage Piece was ich leihe Also ich leide die ganzen Kleider aus.

00:08:13: Das sind nicht meine und ich korretiere das eben ganz, ganz bewusst dass sich die Kunstmatche mit einem Kleid das farblich oder vom Muster oder einfach so von der Haptik gut dazu passt.

00:08:25: und stelle mich dann davor

00:08:27: Das ist zum Beispiel ein Mondrian.

00:08:30: Und du stehst in dem Mondrian-Kleid wahrscheinlich, Yves Saint Laurent davor?

00:08:32: Richtig!

00:08:33: Was sogar von dem Kunstwerk eben inspiriert war.

00:08:36: Ja das ist total spannend für mich auch immer jedes Mal diese... mich auf die Suche zu begeben nach Mode, die funktioniert und die passt und die man kombiniert.

00:08:44: Es macht mir super viel Spaß.

00:08:46: ich habe einen großes Herz für Mode und hab' eben auch gemerkt dass vor allem über Mode weil es ja nochmal eine viel größere Social Media Nische auch ist.

00:08:54: also die Modeindustrie auf Instagram ist halt riesig die Kunst noch nicht ganz so groß.

00:08:59: Und indem man eben diese Brücke knüpft, kann ich ja zwei Zielgruppen gleichzeitig für Kunst begeistern.

00:09:06: und eben zu überlegen welche Tools zum Beispiel auch sowas wie interessante Einstiege nennt man auch Hook also einen interessanten ersten Satz der Leute in den Band zieht irgendwie Lust auf mehr macht.

00:09:24: Was ist so ein Satz?

00:09:25: Zum Beispiel habe ich einen zweiten Format, weil du ja noch ein zweites Beispiel erfragt hattest... Das filme ich auch im Museum.

00:09:32: Es sind oft auch Partnerschaften mit Museen die ich eingehe und das heißt nenne mir eine berühmte Künstlerin außer Frida Kahlo.

00:09:41: Go!

00:09:42: Und die meisten Menschen, die diesen Satz hören, die sind dann erstmal so oh.

00:09:47: Ich hätte Frida kahlo gesagt.

00:09:50: Und dann steige ich eben ein und gebe einen Beispiel.

00:09:53: Das heißt, ich leite dann durchs Museum bisschen wie so eine kleine Tour... ...und sage hier ist zum Beispiel die Kunst von Rosalba Carriera.

00:09:59: Das habe ich jetzt z.B.

00:09:59: mit in Dresden gedreht letztes Jahr erst mit dem Museum zusammen.

00:10:05: Das hat richtig cool weil ich so auf so ein Problem aufmerksam mache.

00:10:10: Gleich im ersten Satz, wo die meisten Menschen den Feld eben nur in Frieda Kahlo ein und darüber hinaus nicht so viele weitere.

00:10:17: Und das ist halt ganz schön!

00:10:19: In dem Kontext habe ich jetzt auch schon mit mehreren Museen gearbeitet.

00:10:22: Ich hab gesehen Neue Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof – wen gibt's da noch?

00:10:27: Ich hab' mit dem Stehle-Museum schon viel gemacht, mit der Kunstamlung Nordrhein-Westfalen...

00:10:32: Also auch über ganz Deutschland

00:10:34: verteilt?!

00:10:35: Ja, bald bin ich in Wien….

00:10:38: So mittlerweile in den letzten zwei Jahren habe ich gemerkt, super viele Institutionen merken jetzt.

00:10:43: Okay wir brauchen irgendwie eine neue Art auch diesen Online also diese ganzen Menschen die online Kunst auch konsumieren das ist ja eben mein Konsumiert Content eher.

00:10:55: Wir brauchen irgendeinen Draht zu diesem Menschen und ich hab halt schon diese Formate, deswegen macht das hat unglaublich viel Sinn mit mir zu arbeiten weil ich kann vor der Kamera stehen.

00:11:01: Ich kann den Content produzieren editieren.

00:11:03: Ich habe Ideen und ich weiß auch dass viele ganz ganz ganz viele Institutionen musik können sich gar kein großes Social Media Team leisten haben gar nicht so die Kapazitäten da jetzt so groß Leute einzustellen die dann das gerne moderieren möchten oder Ideen konzipieren konnten konzipiren können.

00:11:21: Aber ich glaube, da ist ganz viel Luft nach oben.

00:11:23: Vor allem in Deutschland und deswegen finde ich das so schön dass sie jetzt mittlerweile bei mir anklopfen.

00:11:28: Das macht mir ganz viel Spaß mit ihnen zu arbeiten.

00:11:31: Wann sind die ersten da aufmerksam geworden?

00:11:33: Auf dich?

00:11:33: Ich würde sagen vor anderthalb bis zwei Jahren erst.

00:11:37: Und ich mache das jetzt seit also den starken Kunstfokus.

00:11:40: Die habe ich jetzt seit fünf Jahren würde ich sagen.

00:11:42: Es hat schon ein bisschen gebraucht aber der Stein kommt uns rollen!

00:11:49: Das heißt, du leist dir diese Sachen selber aus.

00:11:52: Das klingt vielleicht leicht hin aber wer da ein bisschen in Ahnung von hat weiß das ist auch sehr und ganz wie Vorbereitung, ganz viel rumtelefonieren kostspielig verbundenes.

00:12:04: Ja

00:12:04: ja es ist eine ganze Organisation aber es lohnt sich weil ich halt eben film dann fotografiere dann die Luxe in unterschiedlichen Arten als ich schneide es auch unterschiedlich zusammen machst

00:12:15: alles

00:12:16: Ja, ich mache alles allein bis auf bei Produktion vor Ort.

00:12:20: Wenn ich jetzt im Museum drehe, dann habe ich meistens noch eine Person für die Kamera zum Beispiel...

00:12:25: Du bist ja auch zu sehen!

00:12:27: Ich bin ja vor der Kamera, das heißt für meine Stativfilme oder ich hab dann eine Person gebucht, die mir hilft.

00:12:33: Also, das dann eben auch noch kommt auch dazu.

00:12:35: Aber es macht's einfach leichter vor Ort zu arbeiten.

00:12:38: in so einem großen Museum.

00:12:40: da rennt man ja oft immer von der zweiten Etage zurück ins WC was im Keller ist damit ich mich umziehen kann und mich neu steilen kann und wieder mit dem Aufzirk oder mit der Treppe ... mit zehn Zentimeter hohen Schuhen die Treppe urzuspazieren bis zurück in den zweiten Stock Um dann das nächste Kunstwerk abzudrehen.

00:12:58: Das

00:12:58: machst du auch alles!

00:12:59: Make-up Styling!

00:13:00: Machst alles

00:13:01: mach' alles.

00:13:01: ich Ich wünschte, ich hätte mehr Budget für ein großes Team vielleicht eines Tages mal.

00:13:07: Aber es macht mir auch Spaß, weil das ist ja auch das coole, dass man eben mit relativ also gute Organisationen ja aber mit wenigen Mitteln interessanten Content über Kunst produzieren kann.

00:13:19: Das ist ja doch davon lebt ja auch so schon Media.

00:13:21: wir wollen ja nicht diese zu polierten Bilder sehen.

00:13:26: Wir wollen ja Nahbares sehen und wenn ich das wiederzupolischt Perfekt oder zu ... Ja.

00:13:34: Ist dann

00:13:34: wieder so eine Schwelle?

00:13:35: Genau, genau!

00:13:37: Du lässt auch die Zuschauer an deinem Alltag teilhaben.

00:13:41: Ich glaube du letzt jeden Tag ... Machst du wenigstens einen Ablaut, oder?

00:13:45: Ich

00:13:45: puste jeden Tag und spiege den Inhalt.

00:13:49: gutes Geht auf allen anderen Plattformen also auf TikTok und YouTube.

00:13:53: Also wir sind bei dir zu Hause, bei dir im Atelier... Vor

00:13:57: allem ja vor allem im Atelier.

00:14:00: Was muss man in deiner Branche kann man ja gar nicht sagen, weil die hast du selber erfunden.

00:14:04: Aber in der Position oder von deiner Perspektive aus was muss man da besonders gut können?

00:14:09: Oder anders gefragt, was kannst du besonders gut?

00:14:13: Ich glaube, man muss sehr intuitiv Ideen finden können und die Ideen, die man findet, schnell umsetzen können, weil Social Media ist ein super, super also schnelllebiges Metier, kann man sagen, Trends kommen und gehen.

00:14:28: Man muss ... versuchen eigene Formate zu finden, die ... die Audience, die die Zielgruppe nur auf deinem Profil findet.

00:14:37: Das ist natürlich halt von viel Wert, dafür kommt man ja immer wieder.

00:14:42: Trends sind super um neue Leute zu erreichen weil es oft eben über die eigentliche Zielgruppen, die ich erreiche mit Kunst-Content noch eine breitere Masse ausgespielt wird.

00:14:52: Deswegen habe ich eben so Formate wo ich eroberflächlich Kunst zeige und über Kunst spreche keine Ahnung, den sechzigjährigen Jochen oder die zehnjährige Schülerin.

00:15:04: Also unterschiedliche Inhalte, die die unterschiedlichsten Menschen erreichen, die eigentlich gar nicht so zu dem Inhalt passen, den ich eigentlich mache weil wir auch über Algorithmen reden die meine Arbeit ausspielen an Leute, das heißt ich muss immer so rumdenken.

00:15:20: Wie kann ich meine Inhalte optimieren?

00:15:21: Damit es eben über die Menschen hinausgeht, die sich sowieso schon für Kunst und für Kreatives und für Mode interessieren...

00:15:29: Also wie trägst man den Algorithmus eigentlich aus?

00:15:31: Genau!

00:15:31: Und

00:15:31: wie spielt man damit?

00:15:32: Da gibt's halt ja über Trial and Error muss man ganz viel ausprobieren als wir testen und deswegen muss man auch sehr wandelbar sein weil man sich einlassen muss auf Neues.

00:15:44: Man ist auch von den Plattformen abhängig, das muss man auch dazu sagen.

00:15:47: Also wenn die Plattform irgendwas Neues einführt ein neues Format eine neue Art von Video Es gibt ja auf Instagram so viele Flächen die man bespielen kann es gibt Fotopostings es gibt Stories.

00:16:00: Das ist dann nach vierzehnzehnten wieder weg.

00:16:02: Es sind so temporäre Sachen.

00:16:04: Es gibt eben die Reels, die kurzformatigen Sachen, die es auch auf TikTok oder auch YouTube Shorts gibt.

00:16:10: Es gibts ja verschiedenste Flächen und man muss sich dann entscheiden was bespiele ich jetzt?

00:16:15: Und was hat am meisten Relevanz?

00:16:16: und wie kann ich jetzt die Kunst auf beste Art und Weise vermitteln und welches Format nutze ich dafür?

00:16:22: Ist das immer ein anderes oder hast du eins ... Ja, so einen Lieblings-Format?

00:16:27: Nee nicht Format sondern Lieblins... Form.

00:16:31: Ein Lieblingsform, ja ich würde sagen aktuell sind es die kurzen Videos.

00:16:36: weil's einfach so leicht verdaulich ist sag' ich mal und da jetzt nicht so dass ich drei Wochen brauche um ein YouTube Video eine Kunstdoku zu schreiben sondern ich hab auch sehr schnell Feedback auf das was ich poste und kann dann mich dem anpassen.

00:16:52: Machst du kleine Skriptz vorher?

00:16:54: Ja ich skripfte viel Ich habe groben Kontemplaren jede Woche aber Der ist auch, sag ich mal sehr flexibel.

00:17:02: Damit ich auch ein bisschen Puffer habe um spontane Ideen umzusetzen.

00:17:06: Manchmal kommen mir die Ideen ganz random im Alltag.

00:17:10: Ganz unerwartet!

00:17:13: Du hast eine Kollaboration mit der Kunsthalle Karlsruhe gemacht.

00:17:18: Kunsthallemaljette heißt das?

00:17:21: Das ist eine digitale Tour.

00:17:22: Beschreib uns doch mal was wir da sehen.

00:17:24: Das war ein ganz schönes Projekt.

00:17:26: Es ist glaube ich schon wieder anderthalb Jahre her... mit der Kunsthalle Karlsruhe.

00:17:30: Da habe ich genau das gemacht, wovon wir eben gesprochen haben.

00:17:33: Ich hab eine kleine Natur korrektiert durch das Museum.

00:17:37: Es ist nur ein Website zu einem Thema.

00:17:39: Das heißt Kunst verkörpert nämlich ähnlich wie mein Instagram formal paintings is outfits aufgerollt.

00:17:45: Habe ich glaube an die vier Werke aus der Kunsthalle Karls Ruhe modisch neu interpretiert mich eben mit passenden looks daneben gestellt und habe dann aber zudem zu jedem look habe ich dann noch einen Text geschrieben und eine Audio-Datei eingesprochen.

00:18:03: Deine richtige

00:18:04: kleine

00:18:05: Führung?

00:18:05: Genau, keine Führungen eigentlich!

00:18:07: Das war ganz schön weil da kamen zwei Projekte aufeinander zu.

00:18:11: also Ich hatte schon das Format mit der Mode und die Kunsthalle Karlsruhe hatte eben diese Website und diese digitalen Touren.

00:18:18: Und so sind wir zusammengekommen und es ist ja auch wieder ne ganz schöne Brücke,

00:18:23: die sich

00:18:23: fügt.

00:18:25: Kunst und Social Media, hast du gesagt?

00:18:27: Fließen bei dir ineinander.

00:18:28: Also deinen Content siehst du eigentlich als Erweiterung deiner Kunst oder als Teil.

00:18:34: Ja.

00:18:35: Nun machst du aber auch selber Kunst, sprich normal.

00:18:37: Ich male.

00:18:38: Erzähl uns mal davon denn das ... Du hast ein besonderes Südjeh!

00:18:42: Ja

00:18:43: total mit Malerei hab ich vor fünf Jahren angefangen.

00:18:46: also ich mache aktuell malig still Leben Und ich konnte vor fünf jahren noch gar keine irgendwie realistische Malweise, also ich hab mir... Ich habe auch noch nie mit Ölfarben gemalt vor fünf Jahren.

00:18:59: Du hast ja Design studiert,

00:19:00: das ist natürlich das andere.

00:19:01: Ich hab digital gearbeitet komplett und ich war dann in Rom im Urlaub und bin dadurch die Gassen spaziert und plötzlich habe ich da so einen Haufen Müll entdeckt und der war aber ganz ansprechend und extrem ästhetisch trappiert.

00:19:17: Ich habe es gesehen und gedacht, dass muss eigentlich mal jemand malen!

00:19:21: Und dann habe ich mir gedacht warum mache ich das nicht?

00:19:25: Und so hat sich dann meine Malerei-Serie Trash Life entwickelt.

00:19:31: Also Trash Live ist als Arbeitszite inspiriert von Stilllife, arbeit eben mit Müll und es sind Müllinstallationen die ich die mir im Alltag begegnen, die mich an Sovangitas stillleben erinnert weil's da um Leben und Tod geht und das sind immer so verschimmelte Gegenstände die dort zu sehen sind und teure Gegenständes.

00:19:51: Und dann zusammen mit was verschimmelt ihm, also in den Trashlights ist es zum Beispiel so eine Designer-Paptyte zu sehen.

00:19:59: Mit einem großen Luxuslogo drauf und dann ist da aber lauter Müll drin!

00:20:04: Das ist dann so ganz ästhetisch trappiert und auch ganz total spannend beleuchtet von der Sonne... ...und dass ich halt in dem Moment davorstehe und das sehe, das fand ich ganz interessant und witzig und gleichzeitig hat mir das natürlich dann auch ein schöner Hook in die ... ja, in die Arme gegeben.

00:20:24: Sagt mal so?

00:20:25: Ja!

00:20:26: Weil ich kann mich jetzt auf Social Media stellen und sagen hi, ich bin Künstlerin und meine Kunst ist Müll.

00:20:31: Und das ist natürlich für einen sechzigjährigen Jochen irgendwie trotzdem auch noch interessant.

00:20:36: Das heißt da kommen wir weder dazu so wie... Wie kann ich Leute in den Band ziehen?

00:20:41: Wie kann sich Leute ansprechen, die sich eigentlich vielleicht nicht dafür interessieren würden oder sich vielleicht nicht ein Malerei-Video anschauen würden, wo ich im Studio bin und male.

00:20:51: Aber genau das ist es halt.

00:20:52: aber nur der Einstieg ist eben interessant für Leute die sich vielleicht sonst nicht so viel damit beschäftigen.

00:20:57: Und so ja...

00:20:59: Es ist aber auch mittlerweile mehr als ein Huck weil du verkaufst deine Sachen auch?

00:21:04: Ja, ich verkaufe

00:21:05: auch meine Müll!

00:21:07: Und zwar in alle Welt glaube ich oder?

00:21:09: Ich habe einen Interview mit dir gesehen.

00:21:11: hast du irgendwas nach?

00:21:12: Kann er da oder so verkauft?

00:21:13: Auf Australien, ich

00:21:14: verkaufe.

00:21:16: Tatsächlich haben auch super viele schon aus Berlin gekauft die dann auch bei mir beim Studio vorbeikommen.

00:21:24: Frankfurt habe ich ein paar Käufer in.

00:21:25: Ist ganz cool zu wissen dass die Arbeiten dann doch auch Abnehmer empfinden.

00:21:31: das ist natürlich auch für mich richtig schön wobei ich mich natürlich in erster Linie gar nicht über so Kunstverkäufer finanzieren muss sondern ich kann mich über Content finanziert.

00:21:40: Und das ist natürlich auch noch ein großes Privileg, weil ich muss meine Kunst gar nicht verkaufen.

00:21:44: Ich kann die halt theoretisch behalten außer ich möchte zum Beispiel wenn man einen Marktwert steigern als Künstlerin oder mich im traditionellen Kunstmarkt ein bisschen mehr ausprobieren dann ist es natürlich auch das Verkaufenteil davon.

00:21:56: aber es ist gar nicht so richtig mein Fokus jetzt meiner ... meiner Social Media Zielgruppe Kunst zu verkaufen, sondern das ist ja noch mal ein ganz anderer Markt, den man dann damit ansprechen muss.

00:22:05: Das heißt ich habe das gar nicht... also ich bewerbe das jetzt nicht irgendwie aktiv, sondern ich hab eine Website, da sind alle Werke gelistet.

00:22:12: Wenn man sich interessiert, findet man die Preise und wenn man sie nicht sucht, dann findet man sie auch nicht!

00:22:18: Man kann auch beim Content bleiben, das unterstützt mich genauso.

00:22:21: Deinem Gefühl nach, wie viele Leute nähern sich denn dir?

00:22:25: Oder landen auf deiner Seite oder nehmen Kontakt auf die sozusagen aus der klassischen Kunstwelt eher stammt als aus der, die du neu akquirierst.

00:22:35: Ich glaube mittlerweile mehr auch durch die Zusammenarbeiten mit den Museen weil ich sehr oft in Co-Autor heißt dass da kann man gemeinsam zwei Profilen Inhalte zusammen posten Und darüber entdecken mich glaube ich sehr, sehr viele auch aus der traditionellen Kunstbranche.

00:22:54: Und natürlich auch weil wir haben schon über Algorithmen gesprochen und das hast du ja auch so... Du hast mich auch gefunden, weil dir mein Inhalt vorgeschlagen worden ist.

00:23:04: Weil so Algorithmen funktionieren, weil die deine Suchprofile sehen und schauen okay womit interagierst du als User normalerweise?

00:23:13: Ah, du bist irgendwie konzentriert oder leigst was zur Berlin Art Week zum Gallery Weekend.

00:23:18: Ihr arbeitest gerade mit Museum XY zusammen dann wird das direkt ausgespielt und schon ist da eine Verbindung.

00:23:26: Und ich glaube ja so entdeckt man mich Ja.

00:23:29: Und dies wahrscheinlich auch nicht unwichtig, weil es gibt natürlich da wie in jedem anderen Bereich auch, tippe ich mal Leute die Snops sind und sagen nee, wie Social Media... Was hat das?

00:23:41: Warum ist es jetzt wichtig dass sie da mit dem Kleid daneben stehen?

00:23:44: Warum?

00:23:45: Aber das ist natürlich ein ganz anderer Blickwinkel den man hat, weil da isst man ja schon Kunstexpert oder Expertin und es geht ja darum die Leute zu begeistern die es mal werden könnten.

00:23:57: Liebe Hertha, jetzt kommen wir auch schon zu unseren letzten beiden Fragen.

00:24:01: Die ich auch dir stellen werde weil wir sie eben interviewten in diesem Podcast stellen die erst lautet welches ist dein Lieblingsmuseum

00:24:10: weltweit oder deutschlandweit

00:24:12: weltweit das schönste indem du je warst oder das spannendste interessanteste dass was sich am meisten ja fasziniert hat?

00:24:19: Ich

00:24:19: liebe das MoMA.

00:24:21: es ist wirklich mein ganz toll.

00:24:25: Jetzt sind wir schon bei einer Liste angekommen.

00:24:28: Ich habe eine Mission, ich möchte die Top-Twenty sehen.

00:24:32: Ich glaube, ich bin jetzt bei so, weiß ich nicht, drei Zehn oder so?

00:24:35: Hast du dir eine Liste gemacht?

00:24:37: Ja also ich hab mal auf Wikipedia oder auf Google geguckt.

00:24:40: was sind die zwanzig wichtigsten Kunstmuseen?

00:24:43: und ich war noch nie in Asien deswegen fehlen mir sehr viele.

00:24:46: aber ja so die ganzen europäischen habe ich eigentlich durch.

00:24:50: Wenn das so weitergeht wirst Du auch dein bald eingeladen!

00:24:56: Gut, und jetzt kommen wir zu allerletzten Frage Jette.

00:24:58: Wenn ich dir einen Kunstwerk schenke würde?

00:25:00: Und das könnte jedes sein, dass du dir vorstellen kannst.

00:25:04: Für welches würdest du dich da entscheiden?

00:25:05: Ein Rough Copator.

00:25:08: Okay!

00:25:09: Er braucht man glaube ich nicht viel zu sagen.

00:25:11: Oder Helen Frankenthaler auch toll.

00:25:14: Ich mag sehr die Farbweltmalerei.

00:25:16: Schön.

00:25:17: Gut kriegst du.

00:25:18: Dankeschön

00:25:19: vielen Dank.

00:25:21: Das war unheimlich spannend, was aus dieser Welt zu hören.

00:25:24: Denn du bist eigentlich die erste Interviewpartnerin, die uns aus diesem Bereich und aus der Schnittstelle mit Kunst erzählt.

00:25:30: Deshalb vielen Dank für das schöne Gespräch!

00:25:32: Danke für die

00:25:46: Einladung!

Über diesen Podcast

Grisebach fühlt sich neben dem klassischen Kunsthandel mit Bildern stets auch dem Auftrag verpflichtet, Kultur zu vermitteln und Diskurse zu fördern. Es dreht sich hier nicht ausschließlich um die Kunst an sich, sondern immer auch um die Geschichten dahinter.

Und genau damit befasst sich der neue Grisebach Podcast.

Wir sprechen mit berühmten Malerinnen, Musikern und Autorinnen - und allen anderen, die etwas in oder über die Kunst zu sagen haben.

Es wird um die Bilder gehen, die unsere Leben prägen. Die uns inspirieren oder verfolgen. Die uns glücklich machen können oder andächtig. Solche, die im Museum hängen. Solche, die vor unserem geistigen Auge entstanden sind. Erinnerungen, Gemälde, Skizzen, Schnappschüsse, Plattencover, Gifs,– Hauptsache, sie haben uns anders auf die Welt sehen lassen.

Credits
Redaktion und Moderation: Rebecca Casati
Schnitt: Juliane Fritz
Titelmelodie: Dagobert
Cover: Selina Pavel

von und mit Rebecca Casati

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