Der GRISEBACH-Podcast mit Rebecca Casati
00:00:05: Ich bin ein bisschen wie so ein Transformator, der guckt was für einen Potenzial hinter den alltäglichen Dingen steckt.
00:00:14: Herzlich willkommen in Folge hundertdreißig von die Sucht zu sehen im Grisebach Podcast!
00:00:18: Alle zwei Wochen sprechen wir hiermit Menschen, die etwas in der Kunst oder über sie zu sagen haben.
00:00:23: Heute zu Gast ist Sarah Ellenberger.
00:00:27: Sarah ist Künstlerin und Designer.
00:00:28: Sie lebt in Berlin und Italien, arbeitet für Illustrikunden wie Hermes oder die New York Times – und eigentlich klingt auch der Rest ihres Lebens wie ein schöner bunter Traum!
00:00:39: Wir freuen uns dass sie diese Woche bei uns zu Gast ist und uns davon erzählt.
00:00:42: Herzlich willkommen liebe Sara Illenberger.
00:00:46: Hallo vielen Dank für die Einladung
00:00:48: Sehr gerne!
00:00:52: Wohnst aber schon seit längerem in Berlin und arbeitest als Künstlerin und Designerin.
00:00:57: Wir wollten unser Interview eigentlich schon letzte Woche führen, aber da warst du wie tausende andere Designen liebhaber auf der Salone Delmobile in Mailand – also auf einer der wichtigsten Möbelmessen der Welt!
00:01:09: Erzählst Du uns was Du dort gesehen hast und was Dich besonders beeindruckt oder inspiriert hat?
00:01:14: Also ich habe glaube ich so viel gesehen, weil es so viel zu sehen war dass ich gar nicht mehr wirklich weiß.
00:01:21: Ich bin ein bisschen überflutet worden sowie diese tausend andere Menschen wahrscheinlich auch aber es gab so paar Themen die sich durchgezogen haben oder wiederholt haben.
00:01:30: das ist zum einen so ein bisschen das analoge zurück zum analogen schöne Installationen wie von Jill Sander mit Büchern.
00:01:40: Es gab sehr viele Rausstellungen
00:01:42: mit
00:01:43: echten Büchern.
00:01:46: Das war quasi ein Lesesaal, so mit Stehpulten und ausgewählten Büchern von unterschiedlichen kulturellen Menschen.
00:01:54: Die als Reference Point hieß die Ausstellung wo das Buch also eine ausgewähltes Buch was sie beeinflusst haben quasi dargestellt oder präsentiert wurde was die Leute dann auch quasi lesen konnten.
00:02:06: still
00:02:07: Und aber auch als Designobjekt des Buchs ist ja eigentlich nur umdreht?
00:02:10: Ja
00:02:11: genau!
00:02:13: So richtig.
00:02:14: Und das ist natürlich toll, es war einfach ... Man musste Handschuhe anziehen und dann war man so irgendwie für sich aber auch in dieser Gruppe und in dieser Community.
00:02:23: Es stand so ein bisschen heraus neben all diesen Möbeln.
00:02:30: Projekten.
00:02:31: Und dann gab es viele Geschichten, die so um das Objekt kreisten.
00:02:35: Also von unterschiedlichen Kunden immer so the story of the object oder ... The object is present und so.
00:02:41: Das hat mir natürlich sehr gut gefallen!
00:02:43: Ich
00:02:44: persönlich war eher dort, weil ich einen Workshop gegeben habe in einem großen Ausstellungsraum.
00:02:51: Habe ich zwei Tage lang ein öffentlichen Workshop gegeben, den konnte man sich anmelden animiert mit mir zu basteln, zu bauen und zu kreieren.
00:03:02: Das war ganz toll!
00:03:03: Um einfach so aus diesem ganzen Salon im Wahnsinn mal kurz eine kleine Pause zu bekommen um auch wieder ins Kreieren und nicht nur konsumieren zu gehen.
00:03:15: Sarah du operierst beruflich sehr erfolgreich an der Schnittstelle von Design & Kunst.
00:03:21: Im Zentrum deiner eigenen Arbeit steht oft Die Manipulation, oder sollten wir lieber sagen die Weiterführung von Alltagsgegenständen.
00:03:30: Wobei du mit deren Materialität und etablierten Bedeutungen spielst.
00:03:36: Kleider aus Kohl, Popcorn aus Blumen – so hat die Süddeutsche Zeitung mal über dich getitelt!
00:03:42: Siehst Du denn anders auf Alltag-Gegenstände als wir hier draußen?
00:03:47: Welche eignen sich für Deine Arbeit und welche sowieso gar
00:03:50: nicht?!
00:03:54: Ich glaube, deswegen ist der Name die Sucht des Sehens auch so passend.
00:03:57: Weil ich wirklich eine Sucht habe, die ganze Zeit meinen Alltag so zu scannen und immer auf der Suche bin nach Gegenständen, die für jeden so geläufig sind die ich einfach durch meine Arbeit transformiere in eine andere Welt oder in einen anderen Bedeutung.
00:04:16: Ich bin so ein Transformator, der guckt, was für ein Potenzial hinter den alltäglichen Dingen steckt und weil ich auch finde, alles kann zu viele Möglichkeiten ... Also ist ne Muschel aber sie kann auch ein Telefon sein oder sie kann eine Vase sein oder-oder Und so spielig oder konjungele ich eigentlich den Alltag durch.
00:04:40: Und im besten Fall sehen das Menschen und sehen dann ihren Alltag oder nehmen ihren Alltag auch ein bisschen anders war, also durch meine Brille vielleicht?
00:04:49: Ja!
00:04:49: Das ist eigentlich mein Hauptziel, dass ich quasi die Seegewohnheiten von Menschen verändere.
00:04:55: Auf deiner Website sieht man ganz gut Beispiele, zum Beispiel so ein Basketballkorb kennt jeder.
00:05:01: Das Netz aber aus Spitze besteht also ganz schöner weißer Spitze.
00:05:05: oder dann sieht man eine Säge mit diesem üblichen Griff aus Holz, der an Sägen blatt ist eben eine Pflanze oder da gibt es ein menschliches Herz gestrickt, ist ganz fein oder gehickelt.
00:05:17: Auf jeden Fall aus Wolle!
00:05:19: Auf den ersten Blick erinnert dann dein Ansatz an Marcel Duchamp der mit seinen Ready-Mates ja ähnliches gemacht hat also Alltagsobjekte durch Kontextwechsel zu Kunst erhoben hat.
00:05:30: Ist der ein Held von dir?
00:05:34: Ja, ich würde sagen dass der mich schon sehr beeinflusst hat.
00:05:37: Ich glaube so im klassischen Sinne ist das ready made doch immer verbunden mit einer Nicht-Transformation.
00:05:43: also die Chance arbeiten sind das was sie sind.
00:05:47: Er hat da nicht interagiert quasi und ihm einfach eine andere Bedeutung oder Titel gegeben.
00:05:52: Und bei mir ist es schon so, dass ich meistens zwei Gegenstände verbinde quasi und sie dadurch verändere ja?
00:05:59: Also die Agave- und der Segelgriff werden zu was ganz anderem.
00:06:03: also das ist so ... Bei dem Strickherz wie du schon gesagt hast, ist auch so, dann wirklich in Produktionsgehe mit einer Großmutter an den Stricklissel etc.
00:06:13: ausgewählter Wolle ein Herz Zusammenstelle.
00:06:16: Aber es gibt unterschiedliche Wege, quasi diese Objekte zu kreieren.
00:06:22: Manchmal ist es nur so ein Eins bis zwei und manchmal ist das einfach ein bisschen komplexer je nachdem was ich ausdrücken möchte.
00:06:29: Ja
00:06:31: neben Installationen und Skulpturen inszenierst du Fotoshootings oder sogar auch Schaufenster.
00:06:37: zum Beispiel hast Du viel für das Topf Luxuslabel, Hermes realisiert.
00:06:43: Wie lautet so ein typischer Arbeitsauftrag von denen und was?
00:06:46: Und wie setzt du das dann um?
00:06:49: Das ist eine spannende Frage weil Hermes sich intensiv mit dem Briefing auseinandersetzt.
00:06:54: also die haben... Zumindest in den letzten zehn Jahren immer ein Überthema gehabt fürs ganze Jahr.
00:07:00: Und dieses Überthema haben Sie, glaube ich ziemlich aufwendig elaboriert sogar mit Philosophen und im Team von Menschen die auch so gucken was ist gerade der Trend oder die Tendenz der Menschen so bisschen sociologisch auch wo stehen wir grade als Gesellschaft?
00:07:17: Und dieses Thema wird dann quasi verteilt und man muss sich als Kreativer damit tiefer auseinandersetzen.
00:07:24: also kurz nach Covid war, zum Beispiel das Thema die Odyssee von Homer.
00:07:30: Also würde ich dann auch einfach erst mal in die Bibliothek gehen und dieses Buch mir besorgen und vielleicht nicht ganz aber querlesen oder mich damit ein bisschen tiefer auseinandersetzen um so einen Gefühl dafür zu bekommen und dann, sobald es sich so verinnerlicht hat fange ich an rumzuspielen.
00:07:49: also meine ... Hauptarbeit ist eigentlich das Spielen, dass ich anfange Gegenstände zu sammeln und so alles was auf meinem Fisch liegt ein bisschen um herzuschieben und neue Verbindungen zu schaffen.
00:08:02: Und irgendwann nach gewisser Zeit manchmal braucht es auch paar Wochen entsteht dann so'n kleiner Auch das Moment, wo ich denke, ah, das ist interessant.
00:08:12: Dieses Puzzle, was noch so aus dieser langen Weile des Lockdowns übrig blieb ... Wenn ich das jetzt multipliziere, entsteht vielleicht daraus eine Welle die das Segelboot von ... Humea?
00:08:26: ... genau trägt.
00:08:27: und aha!
00:08:28: Aus den Puzzleteilen noch ein bisschen größer könnte ich jetzt die Penelope bauen usw.
00:08:33: Baue ich mir so eine Welt zusammen und dann schaue ich, dass ich die in diese thirty-six Schaufenster in ganz Deutschland irgendwie so ein Modular mäßig zusammen bekomme.
00:08:42: Und dann findet sich eine Produktionsfirma, die das dann toll umsetzt.
00:08:47: Da habe ich bis jetzt immer Glück gehabt, dass sich einfach aufgrund des Anspruchs von RMS immer mit so ganz tollen Handwerkern zusammengearbeitet hat, sei es die Korbmacherei In Kiel oder auch die behinderten Werkstätten in der Oranienstraße, die letzte oder einer der wenigen Bürsten-Manufakturen und so.
00:09:04: Und dann team ich mich mit so ner Produktionsfirma, die sich auf solche klassischen Handwerke konzentrieren.
00:09:11: Dann wird über zwei, drei Monate das produziert abgeholt und dann geht es in die Fenster.
00:09:17: Die Legendeher sind der Messschau, wenn es da generell ... also deine natürlich sowieso.
00:09:21: Aber auch generell, wer das vielleicht ein bisschen kennt, hat einen unglaublich hohen Anspruchhandwerk wie das ganze Label ja sowieso total.
00:09:29: Also das stelle ich mir toll vor mit denen zusammenzuarbeiten.
00:09:33: aber auch für die New York Times hast du schon gearbeitet oder für die Berliner Showbühne.
00:09:38: Das sind alles Klienten und Kollaborateur.
00:09:42: Wie sahen die Zusammenarbeiten jeweils aus?
00:09:45: Die Schaubühne war eine der Traumjobs, die ich je gemacht habe.
00:09:49: Weil ich für einen gewissen Zeitraum so ein Free Pass hatte und mir alle Stücke angeschaut habe, die auch nur irgendwie in mein Terminkalender reinbekam.
00:09:58: Und das war super inspirierend!
00:10:02: Ich hatte Zugang zu den ganzen Werkstätten... Was man ja nicht so sieht wenn man im Publikum sitzt was dafür ein Kosmos noch hinter der Bühne stattfindet also von der Maske und der Perücken Schneiderin bis zu den ganzen Schreiner, Schlosser usw.
00:10:18: gewerken.
00:10:18: also so echt ein Eldorado für mich und ich konnte mich da mit dieser Card Blanche die man als Kreativer bekommt einfach austoben und alles verwenden und mitnehmen in mein Studio.
00:10:32: dann habe ich mir eigentlich auch eine Bühne aufgebaut, eine Mini-Bühne und wurde zum Regisseur meiner Objekte.
00:10:42: Wie lautet dir denn der Auftrag?
00:10:43: Also was war deine Funktion in dieser Zusammenarbeit.
00:10:47: Das Projekt ist ja die Spielzeit-Kampagne, also eigentlich eine eigene Bildkampagne zu entwickeln, die sich weitläufig mit dem Inhalt des Theaters beschäftigen sollte aber eigentlich... muss auch nicht, also es war optional sozusagen.
00:11:04: Aber was das dann natürlich auch nicht unbedingt leichter macht aber die Tatsache dass es so eine tolle Sammlung an Zitaten gibt, die sie über hundert Seiten sieht man ja auch oft.
00:11:15: wenn man vorbeifährt wird er immer ein Satz rausgenommen und dann auch dadurch einfach nochmal andere Bedeutungen gegeben, wenn man das nicht mehr im ganzen Kontext liest.
00:11:26: Und diese Zitate hatte ich dann so als Kompendium und hab die immer wieder durchgelesen wie Sumantras und immer wieder stolperte ich über eine oder zwei Zitate wo ich dann sofort ein Bild aufpoppte in meinem Kopf.
00:11:40: Das hören jetzt bestimmt ganz viele Leute und denken, sag mal das ist ja der Traumjob.
00:11:44: Der auch was damit zu tun hat dass man das erwachsen werden so ein bisschen schön aufschieben kann beziehungsweise... Unbedingt!
00:11:52: Ja
00:11:52: oder?
00:11:52: Ist so.
00:11:54: Na ja, Erwachsen sein genau.
00:11:55: Man sollte es gar nicht trennen, man sollte eben das Kindliche einfach so lang wie möglich beibehalten.
00:12:02: Das ist nämlich ganz wichtig, dass einem dieser Blick nicht abhanden kommt.
00:12:06: für deine Arbeit.
00:12:07: Genau
00:12:09: und deswegen auch diese Workshops das ist eben was ich jetzt erst vom Jahr etabliert habe kommen Leute meinen Studio einmal im Monat öffne ich meine Türen und vor allen Dingen auch meine ganzen Materialkisten und Schubladen und lade einfach ein zum zusammenbauen machen tun kreieren und vergessen dass man irgendwie ein Ziel erreichen muss oder was performen muss, dass man solche Sachen loslässt und sich so frei und lebendig in so Material reinfallen lässt.
00:12:39: Und so in diesen Flow kommt.
00:12:40: das ist glaube ich ganz wichtig als kreativer Mensch um so Spaß an der Sache zu haben und neugierig zu bleiben und auch überhaupt je morgen aufzustehen sagen toll Ich gehe es jetzt wieder an irgendwie.
00:12:51: Es ist ja schon eine Kunst über einen langen Zeitraum das irgendwie.
00:12:54: diese Freude beizubehalten Gelingt mir das jetzt persönlich am meisten.
00:13:02: Du bist ab und vor Material aufgewachsen, und das sage ich jetzt weil es so schön klingt zwischen Rubinen und Diamanten.
00:13:09: Das kann ja nicht jeder von
00:13:11: sich sagen.
00:13:13: Erklärst du uns das?
00:13:15: Also ich hatte dieses Privileg in München, in den Achtzigerjahren aufzuwachsen.
00:13:20: Wie man ja weiß war das so eine ganz spannende Zeit wo einfach kulturell und musikalisch und alles viel passierte.
00:13:28: Und meine Mutter und Vater hatten am Bektualiemarkt quasi den ersten Konzeptstore also zwei Geschäfte, einmal das Caféhaus von meinem Vater.
00:13:38: Wo sich ein bisschen so die Kulturszene traf und daneben man konnte eine Zwischentür mit einem Café durchgehen und dann war man in dem schönsten Schmuckgeschäft mit kleinen Diamanten und Rubinen, die sich oft auch mal zwischen den Pakettritzen verloren ging und der ganze Werkstatt suchte.
00:14:00: Und das wurde von deiner Mutter betrieben?
00:14:01: Genau, von meiner Mutter.
00:14:03: Ja, Juwelirin, Goldschmiedeln und tolle Designerinnen ... In diesen zwei Welten bin ich groß geworden.
00:14:10: Das war quasi mein Spielplatz.
00:14:11: Man hört im Hintergrund bei dir!
00:14:14: Fällt da ein Stift auf meine ... Nein, das
00:14:16: ist sehr authentisch.
00:14:18: Wenn man jetzt nicht weiß, was du machst, müsste man es identifizieren.
00:14:21: Ich hab immer einen Stift in meinen Hachern.
00:14:26: Genau, so war das.
00:14:27: Und es war toll!
00:14:28: Es war halt einfach ... Ich geh jetzt mit meinem Kind zum Spielplatz und ich war Einzelkind.
00:14:33: Also, ich hatte irgendwie so viel Zeit mit erwachsenen Menschen.
00:14:37: Ja, ich lebe in so einem Mikrokosmos.
00:14:40: Da bin ich im Lager meines Vaters, wo diese ganzen Lebensmittel waren immer zugange gewesen oder dieses geklappere von Kaffee-Tasten das Klientel, was dann auch Spaß hatte sich mit mir auseinanderzusetzen.
00:14:53: Ich weiß, da war Georges Tabori und Ionesco ... Schriftsteller.
00:14:58: der eine hat immer so ein Schnitzeljagd mit mir gemacht und Aufgaben rund um den Viktariummarkt gestellt.
00:15:03: Der andere hat mit mir Streichhölzer geknobelt.
00:15:06: Es hat mich total beeinflusst und geprägt.
00:15:09: Michael Krüger war auch ein Stammgast und fand irgendwie so eine spannende Zeit.
00:15:14: Und all diese Assessoires und Zubiniers aus dieser Zeit kommen immer noch so meine Arbeit vor.
00:15:20: So Kaffeetassen erwecken ganz sentimentale Erinnerungen und gleichzeitig dieser Kontrast an meiner Mutter mit dem Schmuck, diese Liebe zum Detail und dieses Handwerk und Konzentration war schon eine tolle Zeit.
00:15:40: Dein Weg war vorgezeichnet.
00:15:45: Auch klingt das alles so wie ein Job, den die KI absehbar nicht ersetzen kann finde ich?
00:15:51: I hope ja!
00:15:52: Ich hoffe es aber so ganz...
00:15:54: Wie ist in deiner Branche ... Das hat vielleicht jetzt auch ein bisschen in Mailand mit gekriegt.
00:15:58: Wie ist da die Stimmung?
00:16:00: was raunt man sich zu, wie das in eurer Branche weitergeht?
00:16:05: Also ich glaube, generell ist eine große Unsicherheit vielleicht gerade vorhanden und so ein bisschen Fragezeichen in Sprechblasen oder Gedankenblasend.
00:16:15: Generell weiß ich nicht... Ich habe immer das Gefühl bleibt so in meinem Sattel sitzen und halte mich an dem fest was man auch halten kann in den Händen Weil es, glaube ich, einfach für die Seele und die Psyche und allem viel befriedigender ist.
00:16:30: Und ein auch glücklicher Macht im gemeinsamen Schaffen mit den Händen irgendwie aktiv zu sein.
00:16:37: Aber ich verschmähe das jetzt nicht.
00:16:39: Ich finde wichtig, dass man sich damit auseinandersetzt oder die Möglichkeiten erkennt.
00:16:45: Für mich ist es ... Interessiert es mich einfach nicht so, weil ich weiß nach einem Tag so physische Arbeit bin ich ein viel zufriedener Mensch als wenn ich vor einem Tag vor so nem Screen sitze und auch nicht auf diesen Punkt komme der nur dann oder auf diesem kreatives Niveau komme.
00:17:03: Fehler machen kann, wenn sich die Dinge irgendwie in den Händen zu etwas ergeben, was ich vielleicht auch nicht so erwartet habe davor.
00:17:11: Und bei Prom musst du ja irgendwie genau immer wissen, was ist das Resultat?
00:17:15: Wo will ich hin?
00:17:16: und diese Macht des Zufalls ist einfach schwierig, die in KI glaube ich umzusetzen.
00:17:22: Daher ist es für mich jetzt noch nicht so wichtig
00:17:25: aber ... Spielt es überhaupt irgendeine Rolle, dass Digitale für dich also abgesehen ist davon von den möglichen?
00:17:32: Also ich finde es zum Schreiben hilfreich, wenn ich Vorträge zum Beispiel vorbereite.
00:17:36: Wenn ich Konzepte schreibe oder so oder auch Kalkulation mache ist das sehr dienlich.
00:17:42: Schreibst
00:17:42: du nicht mit einem Federkiech?
00:17:47: Nein!
00:17:48: Aber genau und am Ende natürlich fotografiere ich digital und wenn Photoshop neue...
00:18:05: Du machst aber noch etwas anderes.
00:18:07: Und zwar hast du einen Buchcover illustriert für den Soekampferlag und machst auch gerade selber ein Buch oder hast grade eins gemacht?
00:18:17: Ich verbringe meine Zeit zwischen Berlin, meinem Studio hier und Italien.
00:18:23: Ja ... Italien hat meine Mutter vor ca.
00:18:25: zu zwanzig Jahren ein wunderschönes Haus gekauft in der Rehe von Forte dei Mami und Pietra Santa, was sich übersetzt der Heilige Stein und die Drohre zum Stein übersetzen lässt.
00:18:37: Und das ist genau da, wo diese Marmorberge sind und wo ich mich gerne herumtreibe.
00:18:45: Und Steine sammeln.
00:18:46: Meine Tochter ist jetzt dreizehn und seitdem sie eigentlich laufen kann, sind wir immer so am Fluss entlang gelaufen und haben Steine gesammelt und haben uns dann dort kleine Welten gebaut.
00:18:57: Das ist so Sushi aus Steinen?
00:18:59: Guck mal hier!
00:19:00: Das ist ein Eiscreme aus Stein.
00:19:02: Es wurde immer mehr und mehr und ich hatte immer meine Kamera dabei und hab diese kleinen Installationen fotografiert.
00:19:10: Irgendwann entstand daraus so ein großer Schatz an Stein-Objekten, dass mein Freund und Verleger Jan von Hallleben dachte, lass uns doch daraus einen Buch machen.
00:19:22: Und das kommt jetzt schon im Herbst raus in Paris bei Grand Personen.
00:19:28: Letzte Woche in Mainland traf ich auch zum italienischen Verlegarter, der es dann im Frühling herausbringt auf Italienisch.
00:19:34: In Deutschland?
00:19:35: Noch nicht.
00:19:37: Ja genau!
00:19:38: Also die Welt der Steine, die Sprache der Steinen und das Schöne vor allen Dingen ist es sind nicht nur Natursteine sondern es sind auch ganz viele Müllsteine eigentlich.
00:19:48: Weil an diesem Fluss befinden sich diese ganzen Marmor-Werkstätten.
00:19:53: und irgendwann stand ich mal unter der Brücke und sehe wie so ein Lkw sein Ladekante übernimmt.
00:20:00: Mit lauter Sushi Stein?
00:20:01: Ja genau!
00:20:04: Und dann konnte ich mich gerade noch so in Sicherheit bringen und hab gecheckt, die werfen wirklich den ganzen Steinmüll in diesen Fluss.
00:20:11: Über diesen langen Zeitraum wurde es sich mit anderen Steinen verbindet oder reibt oder durchs Wasser auch die Form verändert.
00:20:19: Das ist der Punkt, wo's spannend wird, dass diese Steine alle vielleicht mal industriell geschnitten waren aber dann so weich werden Zum Beispiel einer Brockhausbibliothek-Instellation umwandeln.
00:20:35: Ja, liest dich!
00:20:38: Sarah in diesem Podcast stellen wir ja allen Gästen am Ende zu dem wir jetzt auch schon kommen immer die gleichen zwei Fragen und das würde ich jetzt auch bei dir machen.
00:20:49: wenn der erste lautet welches ist dein Lieblingsmuseum?
00:20:56: Natürlich eine sehr schwierige Frage.
00:20:57: Es gibt so viele tolle Museen, aber als gebürtige Münchnerin muss ich meine Heimat den Credit geben, dass sich eigentlich das Haus der Kunst nach wie vor ein fantastisches Museum finde und eigentlich nie einen Münchenbesuch ohne einen Haus-der-Kunst-Besuch verabstatte.
00:21:15: Und find schon allein dem Weg immer dorthin so toll an dir am Eisbach vorbei und diese Baumallee ... und dann der Goldenbar sitzen.
00:21:23: Und die Ausstellungen, sie fühlen sich einfach superkompatibel auch mit Kind.
00:21:28: Eigentlich glaube ich das einzige Museum wo mein Kind blind mit reingeht, weil es immer irgendwie einen pädagogischen Wert hat und einfach so frei und offen und experimentell ist.
00:21:41: Also würde ich mal ... Sehr klassisch, das Haus der Kunst wählen.
00:21:45: Sehr
00:21:46: schön!
00:21:46: Hat glaube ich noch nie jemand in diesem Portfolio.
00:21:48: Wirklich?
00:21:49: Okay... Might be mainstream aber why not?
00:21:55: Ja klar.
00:21:56: und jetzt zu allerletzt Sarah wenn ich dir ein Kunstwerk schenken würde und du könntest dir wirklich jedes aussuchen dass es auf dieser Welt gibt welches wäre das dann?
00:22:07: Ich würde mir, glaube ich auch etwas vielleicht Klischee oder ein sehr bekanntes Kunstwerk von Merritt Oppenheim das Frühstück in Pails aussuchen.
00:22:20: Was sich im Besitz des MoMas in New York befindet und was die Künstlerin hier hat wird, glaube Ich bin natürlich ein unglaublicher Meretropenheim-Fan und fühle mich mit dieser Künstlerin sehr verbunden.
00:22:34: Und hätte wahnsinnig gerne von ihr einen Werk, um einfach ihre Aura in meinen Räumen zu haben.
00:22:40: Ich finde alles eigentlich die Zeichnung und die Gemälde und die Objekte und ihr ganzes Leben und Ihre Tagebücher.
00:22:49: Hast du nicht gesehen?
00:22:50: Einfach total spannend!
00:22:52: Und ich freue mich auch irgendwann mal an dieses Dein Tessin glaube ich hat ihre Nichte so ein schönes Das Haus, ihr schaffens Haus quasi jetzt auch eröffnet.
00:23:02: Ich weiß nicht für die Öffentlichkeit aber da geht mein nächster Ausflug hin deswegen auf jeden Fall einen Werk von Merritt Oppenheim.
00:23:10: sehr schön klasse sah.
00:23:13: dann dacke ich dir für dieses schöne Gespräch.
00:23:15: ich danke dir.
00:23:19: das war Folge.
00:23:20: hundert und dreißig von dieser zu sehen.
00:23:22: wir danken fürs Zuhören freuen uns schon wieder auf unsere nächsten Gäste und natürlich auf sie In zwei Wochen neu bei grisebacht.com und überall wo es Podcasts gibt!